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Was ist Xenophobie?

Der aus dem griechischen hergeleitete Begriff Xenophobie lässt sich am passendsten mit Fremdenfeindlichkeit übersetzen. Hergeleitet wird er aus Xenos – Fremder und Phobie – Angst, Furcht und bezeichnet eine aus Angst begründete abweisende Haltung gegenüber Fremden.

Begriffsabgrenzung

Der Begriff Xenophobie wurde häufig mit Ausländerfeindlichkeit gleichgesetzt. Davon wird inzwischen Abstand genommen, da dieser Begriff zu ungenau ist, richtet sich die Fremdenfeindlichkeit doch nicht nach dem Pass, sondern nach anderen Merkmalen. Ein Nordeuropäer musste sich in Deutschland noch nie vor fremdenfeinlichen Übergriffen fürchten, ein dunkelhaariger Deutscher schon.

Xenophobie bezieht sich auf äußerliche Merkmale - abgelehnt wird der, der anders aussieht.

Xenophobie bezieht sich auf äußerliche Merkmale – abgelehnt wird der, der anders aussieht.

Zudem werden Xenophobie und Rassismus häufig synonym benutzt. Auch das ist nicht ganz korrekt, beschreibt Rassismus doch eine stigmatisierende, ausgrenzende Haltung einer als anders definierten Gruppe, während Xenophobie stärker auf die psychologische Motivation gerichtet ist.

Wer hat Angst vor dem Schwarzen Mann?

Wenn versucht wird, die Angst vor dem Fremden zu erklären, kommt es häufig zu naturalisierenden Rechtfertigungen wie der, die Angst vor dem Unbekannten, Fremden sei dem Menschen angeboren und es handle sich um einen Reflex zum Schutz des Eigenen. Dem gegenüber steht die Erkenntnis, dass Angst vor dem Fremden mitnichten natürlich ist – genauso gut könnte ja Neugier auf das Andere als natürlich angesehen werden – sondern eine gesellschaftliche Erfindung. Eine Gruppe definiert sich über die Abgrenzung von Anderen und erfindet sich selbst wie ihnen Eigenschaften, die eine Abgrenzung erlauben. Xenophobie ist also mitnichten normal, sondern von Menschen selbst erfunden.

Xenophobie als Persönlichkeitsstörung

Neben der gesellschaftlichen Xenophobie spricht man in der Psychologie im Zusammenhang damit von einer bestimmten Form der Angststörung. Wenn die Angst vor dem Fremden psychotische Züge annimmt, kann es sich um ein psychologisches Phänomen handeln, bei dem der Betroffene die Ursachen verschiedener Probleme (z.B. Arbeitslosigkeit) nicht mehr dort sieht, wo sie liegen, sondern auf einen Sündenbock projiziert. In diesem Fall wird die Wahrnehmungsstörung des Betroffenen in den Mittelpunkt der Behandlung gestellt.

Xenophobie – eine Gefahr für die Gesellschaft

Xenophobie ist häufig der Hintergrund der Ausgrenzung als anders definierter Gruppen, der Diskriminierung und kann bis hin zu gewalttätigen Ausschreitungen führen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, um zu verdeutlichen, dass hinter dem Hass auf das Fremde der Hass gegen Menschen steht. Um Xenophobie in einer Gesellschaft zu verhindern oder zumindest so weit wie möglich einzuschränken, kommt es vor allem darauf an, die vermeintliche Logik als fehlerhafte Vorstellung zu entlarven – es sind nicht die „Fremden“, die für die Fremdenfeindlichkeit verantwortlich sind, sondern die Fremdenfeinde selbst.