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Angststörung und ihre Ursachen

Generalisierte Ängste, die über Monate und Jahre anhalten, haben nichts mit normalen Ängsten zu tun. Bestimmte Ängste sind normal, dar sie uns im Alltag vor Gefahren bewahren, sodass wir beispielsweise nicht bei Rot über die Straße gehen oder andere unüberlegte Dinge tun. Natürliche Ängste schützen uns. Bei der krankhaften Angststörung stehen die Betroffenen ständig unter Anspannung.

Übermäßige Befürchtungen und Sorgen arbeiten wie eine Spirale und spitzen sich immer mehr zu und führen zu keinem Resultat, weil sich der Betroffene durch die Frage „was wäre, wenn …“ immer mehr selbst in die Enge treibt. Daher ziehen sich Menschen mit einer Angststörung immer mehr in sich zurück. Je nachdem wie weit die Angststörung ausgeprägt ist, vermeiden Betroffene öffentliche Veranstaltungen, das Betreten von Kaufhäusern, öffentlichen Verkehrsmitteln … etc. und engen somit ihren Lebensraum immer mehr ein. Die Angst bestimmt ihr Leben. Das kann sogar so weit führen, dass sie irgendwann nicht mehr das Haus verlassen und sozial völlig isoliert sind.

Die Ursachen einer Angststörung

Viele Angststörungen werden durch unverarbeitete Traumata in der Kindheit ausgelöst.

Viele Angststörungen werden durch unverarbeitete Traumata in der Kindheit ausgelöst.

Die Ursachen generalisierter Ängste sind sehr vielseitig. Oft stehen unverarbeitete Traumata in der Kindheit wie beispielsweise sexueller Missbrauch, seelische Belastungen, körperliche Gewalt, Verlust einer Bezugsperson oder soziale Anerkennungsverluste dahinter. Ständige seelische Belastungen in der Kindheit führen oft dazu, dass das Kind keine Fähigkeiten entwickeln kann mit normalen Anforderungen und Ängsten umzugehen. Während es dem Kind oftmals gelingt, seelische Belastungen zu verdrängen oder sogar abzuspalten, ganz einfach um zu überleben, können diese im späteren Erwachsenenalter aus irgendeinem Anlass wieder in Form von einer Angststörung zum Vorschein kommen. Der Verlust einer Bezugsperson in der Kindheit kann beispielsweise später dazu führen, dass der Betroffene Angst hat, sich auf Beziehungen einzulassen, aus Angst verlassen zu werden. Wird das Problem nicht therapiert, kann es sogar dazu führen, dass der Betroffene beziehungsunfähig ist, indem er erst gar keine Beziehung eingeht oder im Gegensatz dazu, sich an Personen und Situationen klammert. Entweder … oder, es besteht kein Mittelmaß. Diese nicht bearbeiteten Ängste können zu generalisierten Ängsten und Panikstörungen führen.

Körperliche und seelische Auswirkungen der Angsstörung

Anfangs wissen die Betroffenen oft gar nicht, was das Herzrasen, die Nervosität, Anspannungen, Konzentrationsprobleme und Durchschlafstörungen auslöst. Traumatische Erfahrungen sind oft so weit verdrängt, dass sie dem Betroffenen nicht so bewusst sind oder sie erinnern sich „bildlich“ an das Geschehen, verknüpfen aber keine Gefühle mehr damit, weil diese zu schmerzhaft wären. Es gibt Betroffene, die sich erinnern und den Schmerz über das Geschehene fühlen, aber nicht nach außen zulassen. Einige Betroffene berichten im Zusammenhang mit ihren Ängsten, sogar über die Angst verrückt zu werden. Nicht bewältigte Ängste oder Aggressionen führen nicht selten zu Depressionen. Wurde ein Kind zum Beispiel durch einen oder beide Elternteile misshandelt, kann es keine gesunde Beziehung zu den Personen aufbauen. Es wird natürlich alles tun, den Eltern zu beweisen, dass es liebenswert ist. Meistens scheitern diese Versuche, sodass das Kind den „Fehler“ bei sich sucht, dar es in jungen Jahren unfähig ist, traumatische Erfahrungen geistig und emotional einzuordnen. Die Angst vor dem schwarzen Mann gerät dabei in den Hintergrund, weil emotional nahestehende Menschen diese Rolle bedauerlicherweise bereits übernommen haben. Das Kind glaubt das, was der Erwachsene ihm über seine Person vermittelt. Unfähig, das Problem zu lösen, gibt es sich selbst die Schuld, die man ihm aufbürdet, und schlägt sich mit Schuldgefühlen und Minderwertigkeitsgefühlen herum. Das nicht vorhandene Gefühl beschützt zu werden, erzeugt Ängste und kann in späteren Jahren sogar aus Angst vor dem Fremden zur Xenophobie und Rassismus führen. Nicht selten treten Energielosigkeit, Erschöpfung und Interessenlosigkeit dabei auf, die unbehandelt zu Depressionen führen.

Therapie bei generalisierten Ängsten

Für die Behandlung einer Angststörung kommen, je nach deren Intensität viele Therapien zum Einsatz. Länger zurückliegende Auslöser von Ängsten können mithilfe einer tiefenpsychologischen Therapie vorsichtig aufgedeckt und bewältigt werden. Auch die Traumatherapie kommt bei einer Angststörung oft zum Einsatz. Allerdings sollte der Betroffene bei dieser Art der Therapie über eine entsprechende Stabilität verfügen, die durch vorausgehende Gespräche hergestellt werden kann. Bei der Konfrontationstherapie stellt sich der Patient mithilfe seines Therapeuten nach und nach seinen Ängsten. Vorher lernt er imaginäre Techniken und Entspannungsverfahren. Zusammen mit dem Therapeuten erarbeitet er sich Strategien zur Minderung beziehungsweise Bewältigung seiner Ängste. Manche Therapieformen arbeiten mit dem „inneren Kind“, bei dem der Betroffene als der „Erwachsene“ dem früheren Kind das Gefühl des Beschütztseins vermittelt. Für welche Art der Therapie sich Betroffene und Therapeuten entscheiden, hängt unter anderem vom Krankheitsbild, der Intensität seiner Ängste und von der momentanen Belastungssituation ab.