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Was ist ein Menschenfeind?

“Des einen Freund und des anderen Feind!”, greift hier kaum. Aber das Thema wurde 1998 in dem französischen Film “Der Menschenfeind” von Drehbuchautor Gerard Noé aufgenommen, der auch gleichzeitig zu diesem spektakulären Film die Regie führte. Dabei geht Noé mit dem Protagonisten seines Filmes der Frage nach, wie jemand zum Menschenfeind wird. Welche Voraussetzungen führen dazu, dass ein Mensch das unausweichliche Gefühl erhält, dass er ganz alleine gegen alle steht. So lautet jedenfalls der französische Originaltitel “Seul contre tous”.

Wie die Psyche durch die Angst Schaden erlitt

Der Menschenfeind hat Angst vor allem Fremden und Andersartigen. Denn das bedroht sein fest gefügtes Lebensraster, das keine Störungen duldet. Unausgeprägt in dem Menschenfeind und Menschenhasser ist das Urvertrauen, das sich in den ersten drei Lebensjahren durch eine innige Vater-und Mutter-Bindung entfaltet. Fällt einer dieser beiden Bezugspersonen im Wesentlichen in der Entwicklung aus, können sich Störungen und Ängste so stark psychisch beeinträchtigend festsetzen, sodass später nur mit erheblichem Einsatz von Therapien diese bekämpfen lassen. Äußerungen dieser Störungen und Ängste können in schneller Reizbarkeit und auch Depressionen zum Vorschein kommen. Ein Übermaß an Sinnlosigkeit überfällt den Betroffenen.

Menschenfeindlichkeit und Fremdenhass

Menschenfeindlichkeit lässt sich in vielen Fällen als negativer Schutzwall einer tief verletzten Seele aufdecken.

Menschenfeindlichkeit lässt sich in vielen Fällen als negativer Schutzwall einer tief verletzten Seele aufdecken.

Sozialpsychologisch schlägt die Menschenfeindlichkeit in verschiedene Facetten ihrer Äußerung um und sind letztlich nichts anderes als der negative Schutz einer tief verletzten Seele. Ein Mensch der Zuwendung möchte, bekommt diese aufgrund äußerer Gegebenheit nicht. Diese Marginalisierungen, die privat und gesellschaftlich hervorgerufen werden können, schlagen bei dem Betroffenen in Hass um. Der Menschenfeind entwickelt pathologische Züge von Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie). Wie das griechische Wort schon beinhaltet, handelt es sich um blanke, pure Angst. Eine Defizitstörung, die zu falschen Handlungen im zwischenmenschlichen Geflecht führt. Wie die Konfliktforschung feststellt, ist dies der Teufelskreis aus dem z.B. der Rassismus entsteht. Hass, Missgunst und Neid werden zu treiben Kräften die ihre Fratzen der Unmenschlichkeit spätestens dann zeigen, wenn sie in roten Lettern in ´Boulevardzeitungen prangen.

Gibt es nichts, was diesen Teufelskreis durchbricht?

Den Circulum Vitiosus zu durchbrechen ist ein Unterfangen und Stoff, aus dem viele Filme entstanden sind. Denn zum Menschenfeind wird niemand geboren. Auch wenn es dafür sicherlich bindungspsychologische Voraussetzung aus der frühkindlichen Entwicklungsphase gibt. Zum Menschenfeind wird jemand gemacht, wie ein Raubtier, das in die Enge getrieben wird. Letztlich wirft die Entwicklung ein Licht auf das soziale Umfeld, das wesentliche Mechanismen der Enthemmung in Bewegung gesetzt hat. Andere haben lange zugeschaut und nicht eingegriffen. Wieder andere haben aus Desinteresse weggeschaut. Doch gleich ist allen der Aufschrei, wenn der sogenannte “schwarze Mann” dann zugeschlagen hat. Statt Ängste helfen abzubauen, bauen die globalisierte Wirtschaft und die hinterherhinkende Politik Ängste auf.